
| Das Klagenfurter Bürgermeisteramt wurde von den Stadtherren, den Ständen, 1588 eingerichtet. Bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts fanden jährliche Bürgermeisterwahlen statt. Josef II. hob die städtische Selbstverwaltung auf, das Stadtoberhaupt wurde auf Lebenszeit ernannt. Ab 1807 gibt es einen "geprüften" Bürgermeister, dessen Posten öffentlich ausgeschrieben wurde. Nach der März-Revolution 1848 wurde der Gemeinderat und aus seiner Mitte erstmals 1850 der Bürgermeister gewählt. Seit 1920 fand die Wahl des Gemeinderates und des Stadtoberhauptes nach dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht statt. In der Nationalsozialistischen Zeit wurden die Gemeindevertretungen ernannt. Seit 1945 gibt es die gemeinderechtliche Selbstverwaltung und seit März 1991 wird der Bürgermeister von Klagenfurt vom Volk direkt gewählt. Nachstehend eine Liste der Bürgermeister seit der März-Revolution 1848. |
Dr. Andreas Koller10.11.1850 – 13.4.1852K.k. Hof- u. Gerichtsadvokat in Klagenfurt, Vorsitzender des Komitees zur Errichtung einer Handelskammer. Planung umfassender Stadtverschönerung u. Förderung kultureller Belange, Ausbau des Lendhafens, der Kreuzberglanlagen, Errichtung einer ständigen Postkutschenverbindung nach Laibach. Einführung des Telegrafendienstes in der neuen Post- und Telegrafendirektion, Gründung des Kunstvereines. |
Mag. Ferdinand Hauser22.6.1852 – 16.3.1861Erwarb in Klagenfurt die Adler-Apotheke am Neuen Platz. Direktor der Kärntner Sparkasse u. Kaiserlicher Rat. Gründung der kaufmännischen Sonntagsschule, aus der sich Handelsschule und –akademie entwickelten, ferner der Oberrealschule, Errichtung der Berghauptmannschaft, Eröffnung der Wörthersee-Schifffahrt. Spatenstich zur Bahnlinie Klagenfurt – Marburg, womit die Stadt Anschluss an das europäische Verkehrsnetz erhielt. Hauser lehnte eine Wiederwahl zugunsten seines Schwiegersohnes Jessernig ab. |
Gabriel Ritter von Jessernig16.3.1861 – 17. 6. 1865, 20.5.1870 – 31.5.1887Stammte aus einer alten Klagenfurter Familie von Handelsleuten und Steinbierbrauern. Direktor der Kärntner Sparkasse , Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Landeshauptmannstellvertreter, Jahre Reichsratsabgeordneter. Nobilitierung am 9. September 1875. Gründung jener Schule, aus der sich die Höhere Technische Bundeslehranstalt für Maschinenbau- und Elektrotechnik entwickelte. |
Leopold Nagel3.7.1865 – 18.2.18701863 Gemeinderat und Vizebürgermeister, 1881 Landtagsabgeordneter und Landesfinanzreferent bis 1884. 1866 Vollendung der evangelischen Kirche, Gründung der „Freiwilligen Rettungsgesellschaft“ als erste in der Monarchie. 1867 Abschaffung der Prügelstrafe im Kriminalhaus. |
Mag. Franz Erwein7.6.1887 – 30.5.1890Kaufte die Engelapotheke in der Bahnhofstraße. 1873 Gemeinderat, 1880-87 Vizebürgermeister und rechte Hand Jessernigs, gleichzeitig Landtagsabgeordneter. Direktor der Kärntner Sparkasse. Die Wörthersee-Süduferstraße entsteht, die ersten Arbeiterwohnungen werden errichtet. |
Dr. Friedrich von Franz13.3.1938 – 7.5.1945Hofkanzleikonzeptionsbeamter, Frontoffizier im Ersten Weltkrieg, Bezirkshauptmann von St. Veit an der Glan, 1934 als Nationalsozialist enthoben, 1935 im zeitlichen Ruhestand, 1938 zum Oberbürgermeister ernannt. Eingliederung der Nachbargemeinden. Namensänderung vieler Straßen und Plätze, Einstellung aller Zeitungen. 16. Jänner 1944 erster Luftangriff auf die Stadt. Am 7. Mai 1945 wurde Dr. Franz abgesetzt, er und sein Sohn wurden im Juli 1945 in Jugoslawien erschossen. |
Friedrich Schatzmayer8.5.1945 – 29.2.1952Selbständiger Friseurmeister in Klagenfurt. Im Mai 1945 von den britischen Besatzungstruppen kommissarisch als Bürgermeister eingesetzt, im März 1946 bei Konstituierung des Gemeinderates bestätigt. Flüchtlingsnot und Wiederaufbau waren die größten Probleme und wurden vom Bürgermeister mit viel Aufopferung Engagement in Angriff genommen. |
Peter Graf28.3.1952 – 12.11.1957Weltkriegsteilnehmer, Abwehrkämpfer, Soldatenrat, Privatbuchhalter. Gründer und Obmann der Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft „Vorstadt-Kleinsiedlung“. Aktion „Schöneres Klagenfurt“, radikale Verbesserung der Verkehrswege, Ausbau von Stadteinfahrten und Unterführungen und Wohnungsbau. 1955 Abzug der Besatzungstruppen. |
Hans Ausserwinkler12.5. 1957 – 2.5.1973Landesernährungsinspektor, Leiter der Land- und Forstwirtschafts-Inspektion, Obmann der Zentralpersonalvertretung der Landesregierung. Erste große Straßenbauten nach dem Krieg, erster Flächenwidmungsplan. Stadtplanung mit Blickrichtung auf modernen Städtebau, städtebauliches Konzept (Industriezone, Altstadtsanierung etc.).1970 Gründung der Hochschule für Bildungswissenschaften. Mag. jur. Leopold Guggenberger2.5.1973 - 18.4.1997
Dkfm. Harald Scheucher18.4.1997 - 9.4.2009 |